Rezension zu: „Berlin 1936 - 16 Tage im August“
Oliver Hilmes
304 Seiten
Preis: 19,99 €
(D)
Erschienen:
2016
Einband:
Hardcover, gebunden
Format: 14,4 cm x 2,9 cm x 22,4 cm cm
ISBN-10:
3827500591
ISBN-13:
978-3827500595
Dieses Buch regt
zum Nachdenken an. Sicher, wir alle wissen genau, was in der Zeit von 1933 bis
1945 passiert ist und wer hier an der Macht war und wir sind uns sicher alle
einige: So etwas darf nie wieder passieren. Und trotzdem gibt es viele Details,
die - zumindest mir - nicht ganz so gegenwärtig waren. Klar habe ich von den
Olympischen Spielen 1936 gehört - und doch ist einem vielen verborgen geblieben.
Obwohl ich selbst schon das olympische Stadion in Berlin besucht habe und
tatsächlich eine Art Beklommenheit spüren konnte, so ist es doch noch etwas Anderes,
aus einem Buch Details kennenzulernen, die man so nicht kannte.
Das Cover zeigt
eine vollkommene Darstellung einer Schwimmerin vor einem klaren und blauen
Himmel.
Der Autor
Oliver Hilmes
wurde 1971 geboren und studierte Geschichte, Politik und Psychologie in
Marburg, Paris und Potsdam. Promoviert hat er in Zeitgeschichte und arbeitete in
der Intendanz der Berliner Philharmoniker.
Seine Bücher
befassen sich mit Themen, die Zeitgeschichte widerspiegeln. So verfasste er u.a.
Bücher über Frauen, die faszinieren und auf ihre Art widersprüchlich sind.
Genauso gerne
befasst er sich allerdings auch mit Biografien von großen Männern der Geschichte
wie z.B. Ludwig II.
Klappentext
Berlin, Sommer
1936. Die Hauptstadt erstrahlt im neuen Licht und gibt sich liberal - auch
gegenüber den so verhassten Juden. Schilder auf denen „Juden verboten“ steht,
sind verschwunden. Eine Stadt, die Unbeschwertheit suggerieren will. Sie zeigt
sich weltoffen und neutral - zumindest oberflächlich.
Im Hintergrund
gehen die grausamen Geschehnisse weiter.
Doch augenscheinlich
ist alles gut und Berlin begrüßt die Sportler aus aller Welt - zumindest für 16
Tage im Sommer 1936.
Inhalt
Deutschland
befindet sich im Ausnahmezustand und so auch das Regime. Man möchte den
Eindruck einer weltoffenen Stadt vermitteln. Die Spiele sollen im Mittelpunkt
stehen und dies tun sie auch. Die Straßen Berlins spiegeln diese augenscheinliche
Offenheit und Liberalität wieder, die vermittelt werden soll. Nicht nur
Schilder, sondern auch die Schmierereien an Hauswänden und Geschäften von
jüdischen Mitmenschen sind verschwunden. Kein negativer Schatten soll auf die
Spiele fallen, von denen sich Hitler so vieles erhofft. Wie die „Überlegenheit
der arischen Rasse“.
Dieser Zahn
wird ihm jedoch auf jähe Weise gezogen. Sportler wie Jesse Owens gewinnen
Medaillen, die Hitler lieber in Deutschland gesehen hätte.
Deutschland
zeigt sich jedoch nicht nur auf dem Olympiagelände liberal, sondern auch auf
den Straßen, Bars und Cafés.
So hört man
z.B. Jazz und Swing aus den Bars dröhnen und kann die unterschiedlichsten
Gesellschaftsgruppen zusammen sehen.
Auch wenn alles
friedlich und ruhig erscheint, kann man unterschwellig schon wahrnehmen, was
die Zukunft bringen wird. Deutlich erkennbar ist das offenkundige Unbehagen
Hitlers, jedes Mal wenn er z.B. farbigen Spielern zum Gewinn applaudieren muss.
Offenkundig seine Wut, als der Deutsche Olympionike Erich Borchmeyer verliert.
Oliver Hilmes
streift hier die unterschiedlichsten Schicksale von Menschen, für die das Jahr
1936 eine besondere Bedeutung haben.
Auch Menschen,
die man in Verbindung mit dem NS-Regime bringt, werden von Oliver Hilmes
angeführt. So findet man hier große Namen wie z.B. Leni Riefenstahl, Hitlers bevorzugte
Regisseurin, Fotografin und Meisterin der Inszenierung. Aber auch Gustav
Gründgens, der große deutsche Schauspieler, der unter dem NS-Regime zum
Staatsschauspieler ernannt wurde.
Aufbau
Das Buch ist
logisch und nachvollziehbar aufgebaut. Der Autor hat jedem Tag ein Kapitel
zugeordnet, in dem ausführlich jeder einzelne Tag, dieser 16 Tage beschrieben
wird.
Schreibstil
Mitreisend
geschrieben, authentisch und lebendig, als ob man selbst dabei wäre. So liest
sich dieses Buch.
Fazit
Ein Buch, das
auf der einen Seite beklemmend ist, auf der anderen Seite aber anschaulich
zeigt, wie das NS-Regime systematisch einen Schein aufbaut, den es nicht gibt.
Man kommt zum
Schluss, dass alles gut inszeniert war. Eigentlich begann hier schon der Anfang
vom Ende des NS-Regimes, dass aber bis dahin noch viele dunkle Momente erleben
würde.
Oliver Hilmes
vermittelt in diesem Buch alle Facetten des NS-Regimes auf anschauliche und
authentische Art und Weise.
Rezensionsexemplar
Alle
hier verwendeten Bilder und Texte wurden von mir gemacht und unterliegen meinem
Copyright! Sie dürfen ohne meine ausdrückliche Einwilligung nicht genutzt
werden. Bilder des Verlages unterliegen dessen Copyright und werden von mir
separat gekennzeichnet. Sie wurden mit Erlaubnis der Rechteinhaber
veröffentlicht. Der oben stehende Text beruht auf meiner persönlichen und
ehrlichen Erfahrung mit dem Produkt.
Jeder
Mensch empfindet unterschiedlich und deshalb gibt es keinen Anspruch auf
Allgemeingültigkeit!
Danke für deine Vorstellung
AntwortenLöschenLG Leane