Sonntag, 15. Juni 2014

Rezession zu "Die Madonna von Notre-Dame"


Alexis Ragougneau
256 Seiten
Erschienen:  Mai 2014
Einband: Broschiert 
Verlag: Ullstein Verlag
ISBN: 978-3471351147
Preis: 14,99€ (Direkt beim Verlag bestellen)

Dank Blogg dein Buch, durfte ich erneut ein Buch lesen. Dieses mal ist es ein Krimi der besonderen Art: „Die Madonna von Notre-Dame“. Denke ich an Notre-Dame, fallen mir zwei Dinge ein: Der Glöckner und natürlich Paris im Regen!

Allgemeine Informationen:
Originalausgabe: La Madone de Notre-Dame
Übersetzt aus dem Original von Tobias Scheffel und Max Stadler
Fünf große, weiterhin untergliederte Kapitel, Gliederung nach Wochentagen
Handlungsort und -zeit: Paris in der Gegenwart: eine Woche im August
Erzählt wird in der 3. Person – aus der Perspektive des Hauptdarstellers Pater Kern.

Das Cover:
Ein Bild von Notre-Dame aus einer ganz anderen Perspektive umrahmt von einem düsteren Torbogen. Geschmackvoll in Szene gesetzt verspricht das Cover eine mysteriöse Geschichte.

Zur Person:
Der Autor Alexis Ragougneau wurde 1973 geboren. Er wurde für seine Theaterstücke mehrfach ausgezeichnet. Der Autor hat viele Jahre in Notre-Dame gearbeitet und kennt daher dieses unverkennbare Pariser Wahrzeichen wie seine Westentasche.
Der Roma „Die Madonna von Notre-Dame“ ist seine erste Romanveröffentlichung.

Kurzbeschreibung:
Jedes Jahr reis Pater Kern aus der Provinz nach Paris und vertritt den Pfarrer von Notre-Dame.
Doch dieses Mal ist alles anders! Er findet eine junge Frau tot auf der Bank sitzend im Innern von Notre-Dame. Seltsam ist, dass die tote Frau ganz in weiß gekleidet ist.
In Zusammenarbeit mit der Staatsanwältin lösen beide diesen kniffligen Mordfall.

Handlung:
Am Morgen des 16. August, wird nach den Festlichkeiten zu Mariae Himmelfahrt, in der Kathedrale Notre-Dame in Paris die Leiche einer jungen Frau aufgefunden. Seltsam ist, dass sich die Tote direkt vor der Statue der Heiligen Jungfrau befindet und ganz in Weiß gekleidet ist. Da man davon ausgeht, daß es sich um eine Betende handelt, wird die Leiche auch recht spät gefunden.
Nach und nach ergeben die Ermittlungen des unsympathischen und groben Commandant Landard, dass die junge Frau erwürgt wurde. Und noch etwas ist seltsam: ihre Jungfräulichkeit wurde mit geschmolzenem Wachs einer geweihten Kerze wiederhergestellt.
Für Commandant Landard steht schnell fest, dass für diese Tat nur ein Perverser in Frage kommen kann.
So schnell wie er zu dieser Schlussfolgerung gekommen war, so schnell hat er auch einen potenziellen Verdächtigen gefunden: am Tag der Marienprozession kam es zu einem Zwischenfall. Ein junger Mann, der als regelmäßiger Besucher der Kathedrale auf die Jungfrau Maria fixiert und anscheinend sexuell verwirrt ist, beschimpfte die junge Frau als Hure. Scheinbar hat ihm ihre leichte Bekleidung nicht gefallen.
Gegen diese vorschnelle Aufklärung lehnt sich Pater Kern auf. Die junge Staatsanwältin Claire Kaufmann ist im Begriff die Akte zu schließen, als Pater Kern ihr plausibel machen will, dass dies noch zu voreilig ist.
Nun beginnt der Pater selbst zu ermitteln. Damit bringt er sich selbst in höchste Gefahr. Denn das was er findet, ist ein schreckliches Geheimnis im Herzen von Notre-Dames Gewölben!

Persönliche Anmerkung:
Unterhaltsam und spannend geschrieben, ist das Ende aber nicht überraschend. Die beiden Hauptdarsteller – Pater Kern und die Staatsanwältin Claire Kaufmann – sind beide vom Leben gezeichnet und haben auf ihre Art frieden mit sich geschlossen.
Claire ist in jungen Jahren etwas Schlimmes widerfahren. Was es war wird nur angedeutet und der Phantasie des Lesers überlassen. Und der Pater? Dieser ist von Krankheit gezeichnet und ist bereits in jungen Jahren in seinem Wachstum gestört worden. So hat er bloß eine Größe von knapp 150 cm erreicht.
Genervt war ich von der Figur des Commandant Landard. Es ist nicht nur oberflächlich, sondern auch ein Sexist.
Schade fand ich persönlich, dass die Figur des Lieutenant Gombrowicz so klein war. Er ist ein Polizist mit Herz und Verstand der für einen gewissen Ausgleich in der Handlung sorgt.

Was mir gut gefallen hat:
Ist der Schreibstil. Flüssig und gut geschrieben, kann man der Handlung gut folgen.
Auch die Beschreibung der Kathedrale ist einfach genial.

Was mir nicht so gut gefallen hat:
Ich hätte mir eine Karte gewünscht, bei der man nachvollziehen kann, wo die einzelnen Handlungen spielen.

Fazit:
Das Buch erhält seinen Charm eigentlich durch zwei Dinge: Die Location und die Darsteller. Neben dem Pater, der Staatsanwältin und dem Commandanten, bekommt das Buch erst richtig Leben durch die unterschiedlichen Menschen, die hier auf einander treffen. Neben einer exzentrischen alten Dame findet sich noch ein polnischer Clochard.
Krimifans, die es unblutig lieben, werden von diesem Buch begeistert sein.

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